Schmidt: TenneT nimmt keine Rücksicht auf Anwohner

Veröffentlicht am 30.01.2012 in Landkreis

Im Zusammenhang mit dem Bau der 380-kV-Leitung Wahle-Meckbach erntet das mit der Planung befasste Unternehmen TenneT Kritik von Landrat Uwe Schmidt. "Nach einem vorbereitenden Termin zur Klärung der planungsrelevanten Fragestellungen muss ich leider feststellen, dass TenneT bei seinen Überlegungen keine Rücksicht auf die Anwohner in Niestetal, Kaufungen, Lohfelden und Fuldabrück nimmt".

So sei vorgesehen, dass die neue Hochspannungsleitung nicht auf den vorhandenen Trassen verlaufen soll. "Eine solche Bündelung von unterschiedlichen Hochspannungsleitungen auf einem Masten hätte den Vorteil, dass die Belastungen für die Menschen und die Umwelt geringer ausfallen, als bei getrennt geführten doppelten Leitungen", so der Kasseler Landrat weiter.
TenneT führt als Begründung gegen eine Bündelung an, dass dies bei Wartung und eventuellen Störungen negative Auswirkungen auf die Versorgungssicherheit hätte. In diesen Fällen müssten alle auf einem Mast geführten Stromtrassen abgeschaltet werden. "Aus unserer Sicht wäre eine Erdverkabelung grundsätzlich die beste Lösung - hier scheinen aber die technischen Probleme und auch die Kostenfrage für TenneT unlösbar", berichtet Schmidt. Dass jetzt allerdings auch ein möglicher Kompromiss in Frage gestellt wird, könne der Landkreis im Interesse der Bürger nicht hinnehmen.
Landrat Schmidt ärgert auch noch ein zweiter Punkt: "Wir hatten angeregt, dass die durch Lohfelden laufende Hochspannungsleitung auf die neue TenneT-Trasse verlegt wird". Augenscheinlich weigere sich das Unternehmen jedoch, diese Möglichkeit überhaupt intensiver zu prüfen. Auch hier zeige TenneT wenig Verständnis für die berechtigten Belange der Menschen, deren Wohnumfeld durch die Hochspannungsleitungen beeinträchtigt wird.
Zwar habe das Unternehmen in einem Brief angekündigt, den Planungsprozess "offen und transparent" zu gestalten und auch "runde Tische" entlang der Trasse anzubieten. Die bisherigen Erfahrungen in den vorbereitenden Planungsgesprächen deuteten jedoch nicht an, dass diese Ankündigung auch so umgesetzt wird. "Bürgerbeteiligung heißt eben nicht, dass man seine Entscheidung den Bürgern mitteilt und Alternativen nicht weiterverfolgt, sondern dass alle Möglichkeiten der Eingriffsminimierung auch umfassend geprüft werden, um so eine aussagekräftige Entscheidungsgrundlage diskutieren zu können", fordert der Landrat abschließend.

 

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