Zum 20. Jahrestages des Mauerfalls

Veröffentlicht am 09.11.2009 in Bundespolitik

von Hubertus Heil

Der Erfolg der friedlichen Revolution von 1989 in der DDR jährt sich an diesem 9. November zum zwanzigsten Mal. Es war der vielleicht glücklichste Moment der jungen Geschichte der deutschen Demokratie. An diesem Tag vor zwanzig Jahren gelang den Menschen in der DDR ihre Befreiung - friedlich und aus eigener Kraft.

Die deutsche Einheit in Freiheit, die Überwindung der deutschen wie der europäischen Teilung, sind das Ergebnis einer großen demokratischen Bewegung. Demokratie wurde seit der Entspannungspolitik von Willy Brandt und anderen für immer mehr Menschen hinter dem Eisernen Vorhang auch deshalb zum Ideal, weil ihre Vorteile für Jeden sichtbar wurden. Demokratie verband Freiheit mit Wohlstand und einem Maß an Gerechtigkeit, das den angeblich real existierenden Sozialismus immer mehr als hohl erscheinen ließ.

Viele von uns erinnern sich an die Kraft, die viele Menschen in Ost und West nach dieser gelungenen Revolution empfanden. In unzähligen Initiativen haben die Menschen in Ostdeutschland ihr Schicksal selbst in die Hand genommen. Viele Westdeutsche haben beim Umbau der DDR mitgeholfen. Diese Kraft ist bis heute inspirierend.

Zwanzig Jahre später fällt die Bilanz der deutschen Einheit trotzdem gemischt aus. Entscheidend bleibt auch in der Rückschau das Ende von Diktatur, Gängelung und Bespitzelung. Doch längst nicht alle Hoffnungen an die Demokratie sind in Erfüllung gegangen. Heute zeigen Umfragen, dass bei vielen Bürgern und Bürgerinnen die Zweifel daran wachsen, dass Demokratie auf Dauer Freiheit, Wohlstand und Gerechtigkeit sichern kann.

Der 20. Jahrestag der friedlichen Revolution in der DDR mahnt unser Land deshalb, dass Demokratie ohne die reale Chance auf aktive Teilhabe, auf soziale Gerechtigkeit und einen solidarischen Lastenausgleich zu erstarren droht. Gerade bei der Bewältigung der Wirtschafts- und Finanzkrise muss die Politik das beherzigen. Die friedliche Revolution in der DDR erinnert uns daran, dass die Kraft der Bürger und Bürgerinnen das stärkste Kapital einer Demokratie ist.

 

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