Die Regierung plant, Risiken von Offshore-Windparks auf den Stromkunden abzuwälzen (Bild dpa)
Die Regierung plant Netzausbau auf See zu Lasten der Verbraucher
Jochen Wiemken, 22. 8. 2012
Wirtschaftsminister Rösler (FDP) und Umweltminister Altmaier (CDU) wollen die Bürger für Probleme bei See-Windparks zur Kasse bitten. Verbraucherschutzministerin Aigner (CSU) will die Pläne blockieren und erhält Unterstützung von der SPD. Fraktionsvize Ulrich Kelber fordert, dem Wirtschaftsminister die Zuständigkeit für die Energiepolitik zu entziehen.
Die selbsternannte "Wunschkoalition" aus CDU/CSU und FDP zofft wieder einmal über ein zentrales Projekt. Dieses Mal über die Energiewende. Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner blockiert Pläne der Kabinettskollegen, mi denen Millionen Schadensersatzzahlungen für fehlende Anschlüsse bei See-Windparks auf die Verbraucher abgewwälzt werden sollen-
Verbraucherschutzministerin: "Regelungen gehen eindeutig zu Lasten des Stromverbrauchers"
Am Mittwoch kritisierte ihr Ministerium einen Gesetzesentwurf von Umweltminister Peter Altmaier und Wirtschaftsminister Philipp Rösler scharf. Die Regelungen gingen eindeutig zu Lasten der Stromverbraucher.
Der Gesetzesentwurf sieht vor, dass Offshore-Windkraftanlagenbetreiber nahezu alle Kosten über eine Umlage erstattet bekommen sollen - zu Lasten der Verbraucher. Die Kosten seien "kaum beherrschbar und mit marktwirtschaftlichen Prinzipien nicht zu vereinbaren", kritisiert das Verbraucherministerium.
SPD begrüßt: "Aigner übernimmt unsere Position"
Die SPD unterstützt den Meinungsschwenk der Ministerin. Es sei richtig, dass Aigner "unsere Position übernimmt und die Abwälzung von Risiken der Netzanbindung auf die Verbraucherinnen und Verbraucher ablehnt. Wir erwarten von ihr, dass sie bei dieser neu gewonnenen Einsicht bleibt und keine Rückzieher macht", sagte SPD-Fraktionsvize Ulrich Kelber.
FDP in Rage
Erbost ob des Vetos wettern hingegen die Liberalen gegen die Verbraucherschutzministerin."Die Kritik ist nicht nachvollziehbar", sagte eine Sprecherin des Wirtschaftsministers. "Unverantwortlich", findet Niedersachsens FDP-Umweltminister Stefan Birkner die Position von Aigner. Die CSU torpediere die Energiewende.