SPD Vollmarshausen

"Brutalster Wahlbetrug"

Veröffentlicht am 11.02.2013 in Bundespolitik

Fracking:Bundesweit warnen Bürgerinitiativen vor schweren Umweltgefahren (Foto dpa)

Regierung will Fracking ausweiten!

Die Bundesregierung will den Weg frei machen für eine Ausweitung des "Fracking" - einer hoch umstrittenen Schiefergasförderung. Vor den Landtagswahlen in Niedersachsen hatte die CDU sich noch dagegen ausgesprochen. SPD-Energieexperte Ulrich Kelber kritisiert dies als "brutalsten Wahlbetrug". Die SPD will den Vorstoß im Bundestag ablehnen.

Energiekonzerne wittern ein lukratives Milliardengeschäft, Bürger und Umweltverbände warnen vor Gefahren für die Umwelt - vor allem vor verseuchten Trinkwasser - durch den Einsatz der Technologie im dicht besiedelten Deutschland. Die Rede ist von "Fracking". Mit diesem Verfahren kann Gas aus bisher schwer zugänglichen Lagerstätten gefördert werden. Dabei werden Wasser, Sand und Chemikalien mit hohem Druck in das Gestein gepumpt, um es aufzusprengen. Dann kann das Gas Richtung Bohrloch strömen.

Schwarz-Gelb will Fracking mit Chemikalien zulassen

Die schwarz-gelbe Bundesregierung hat am Wochenende angekündigt, die umstrittene Gasförderung rasch bundesweit regeln zu wollen. Vor den Landtagswahlen in Niedersachsen vor drei Wochen hatte vor allem die CDU sich noch gegen das Fracking ausgesprochen. Nun wollen Union und FDP in Deutschland die Erdgasförderung per Fracking auch bei Einsatz von umwelt- und grundwassergefährdenden Chemikalien zulassen.

"CDU und FDP begehen brutalsten Wahlbetrug", kritisiert der SPD-Energieexperte Ulrich Kelber die 180-Grad-Kehrtwende von Schwarz-Gelb. Er verspricht, die SPD werde den Vorstoß von Union und FDP im Bundestag ablehnen.

Mehrheit gegen Fracking

Bereits 2012 hatte sich das Umweltbundesamt (UBA) sehr skeptisch gezeigt und auf die Risiken im dicht besiedelten Deutschland verwiesen. Besonders in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen haben sich Bürgerinitiativen gegen Fracking gebildet. Auch Hessen, Thüringen, Sachsen-Anhalt oder Baden-Württemberg könnten als Fördergebiete infrage kommen. Erst vor einer Woche hatte der Bundesrat verlangt, bis auf weiteres den Einsatz umweltgefährdender Stoffe beim Fracking zu verbieten.

Chance oder Risiko?

Bei den Energiekonzernen Exxon und BASF hingegen herrscht Goldgräberstimmung. Sie wollen die Erdgasreserven in Deutschland mit Hilfe der Fördertechnik aus dem Boden pressen. Doch neben den befürchteten Umweltfolgen - verseuchte Landstriche, vergiftetes Trinkwasser, Erdbeben und Krankheiten - ist auch die Wirtschaftlichkeit der Förderung umstritten.

Laut der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) in Hannover sind rund 1,3 Billionen Kubikmeter Schiefergas in Deutschland technisch gewinnbar. Nach einer kürzlich veröffentlichten Analyse des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), müssten sich aber die Gaspreise ungefähr verdoppeln, um den zusätzlichen Aufwand zu rechtfertigen.

(mit dpa)

 

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