Die Teilnehmer an der Gedenkfeier u. BaumpflanzaktionGedenkveranstaltung
"150 Lahre Bewegung für soziale Demokratie
Am Sonntag, den 24. März 2013 trafen sich Sozialdemokraten und Naturfreunde aus der nordhessischen Region um im Rahmen des 150-jährigen Jubiläums, der Gründung des Allgemeinen deutschen Arbeitervereins (ADAV) 1863 in Leipzig als Geburtsstunde der sozialdemokratischen Arbeiterbewegung in Deutschland, um eine gemeinsamen Gedenkfeier zu begehen.
Sprichwörtlich "von der Wiege bis zur Bahre" umfasste ein Geflecht sozialdenokratischer Organisationen aus Partei, Gewerkschaften und vielfältigen Kulturorganisationen Leben und Alltag hunderttausender Arbeiterfamilien insbesondere von 1890 bis 1933, eine Phase zwischen "Sozialistengesetz" und Hitlerfaschismus, in der Sozialdemokraten und ihre Organisationen, abgesehen von der Zeit des 1. Weltkrieges, politischer Verfolgung nicht ausgesetzt waren.
Otto Wels, damaliger Vorsitzender der SPD, sagte in seiner mutigen Rede gegen das Ermächtigungsgesetz der Nazis am 23. März 1933, vor nunmehr 80 Jahren: "Freiheit und Leben kann man uns nehmen, die Ehre nicht...Kein Ermächtigungsgesetz gibt ihnen die Macht, Ideen, die ewig und unzerstörbar sind, zu vernichten."
Wir verneigen uns heute vor den Opfern der Nazibarberei, die für viele Sozialdemokraten aus unserer Region Konzentrationslager, Folter und Tod brachte.
Sozialdemokratische Partei und Naturfreunde haben eine gemeinsame Geschichte, auch in Nordhessen. Die Naturfreundeidee trugen sozialdemokratische Wanderarbeiter nach Nordhessen weiter, wo sich 1911 die erste Ortsgruppe in unserer Region gründete.
Die Gedenkveranstaltung begann mit einer Sternwanderung von verschiedenen Startpunkten zum Hermann-Schafft-Haus. Hier pflanzten Vertreter der SPD und der Naturfreunde vor dem Kreishaus einen Gingobaum zur Erinnerung an die Opfer auf der norwegischen Insel Utoya und die Opfer der NSU-Morde.
Hauptredner und Ehrengast der Gedenkfeier war der Vorsitzende der Sozialdemokratischen Jugend Schwedens (SSU) Gabriel Wikström, Stockholm.
Text:H.-W. Eckhard/Foto E. Kalveran