Landrat Uwe Schmidt
Region Kassel.
In einer Stellungnahme an das zuständige Regierungspräsidium Darmstadt hat sich der Landkreis Kassel gegen eine Erlaubnis zur Aufsuchung von Kohlewasserstoffen durch das sogenannte "Fracking" ausgesprochen. "Für uns überwiegen die Risiken dieser Technik der unkonventionellen Gasaufschließung", informierte Landrat Uwe Schmidt
Die von der Abteilung Arbeitsschutz und Umwelt des Regierungspräsidiums Darmstadt übersandten Antragsunterlagen des Unternehmens BNK Deutschland GmbH aus Frankfurt werfe viele Fragen auf, so Schmidt weiter. Außerdem zeige der Antrag deutlich, dass dem antragstellenden Unternehmen die konkreten Voraussetzungen im Landkreis Kassel "augenscheinlich unbekannt sind". Schmidt: " Eine beantragte seismische Erkundungslinie läuft quer durch den Naturpark Habichtswald und das ist völlig indiskutabel". Außerdem wisse der Antragsteller auch nicht, dass sich im Naturpark Habichtswald leistungsfähige Mineralwasserbrunnen befinden, die für die Versorgung der Bevölkerung in der Region Kassel und weit darüber hinaus von großer Bedeutung sind. Weitere Ausschlussgebiete für " Fracking " seien die Thermalwassereinzugsgebiete in Bad Karlshafen, die Waldflächen im Kreis und die von der Regionalversammlung beim Regierungspräsidium Kassel beschlossenen Vorranggebiete für Natur und Landschaft sowie für die Landwirtschaft.
Zusammengefasst führt dies zu einer Ablehnung des Vorhabens. "Wir haben keine Flächen, wo man Schiefergas gewinnen kann, da brauchen wir auch keine Aufsuchungsverfahren", so Landrat Schmidt abschließend.
Hintergrund:
Beim sogenannten " Fracking " handelt es sich um eine Methode, die Gasdurchlässigkeit von Gesteinsschichten so zu erhöhen, dass ein Abbau von Erdgas wirtschaftlich wird. Dafür werden große Mengen mit Chemikalien und Sand angereicherter Flüssigkeit in die in Frage kommenden Gesteinsschichten gepresst, um so ein Gaslager aufzubrechen ( zu" fracken"). Die Technik wird bereits in den USA angewandt und ist umstritten. Als mögliche Gefahren werden Grundwasserverunreinigungen und entzündliches Erdgas im Trinkwasser genannt. In Deutschland beschäftigen sich Unternehmen seit 2009 mit dem Verfahren - hauptsächlich in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen.
05/2012